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1962
Der Rat der Europäischen Union und die im Rat vereinigten Bildungsminister beschließen am 2. April 1962, gemeinsame Grundsätze für die Durchführung einer gemeinsamen Politik der Berufsausbildung zu erstellen.
1971
1. Treffen der Bildungsminister der damaligen Mitgliedsländer der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel.
1973
Gemeinsame bildungspolitische Resolution der europäischen Bildungsminister im Juni 1973 als positive Reaktion auf den ebenfalls 1973 erschienenen OECD-Bildungsreport „Recurrent Education: a strategy for lifelong learning“. Tenor: „Lebenslanges Lernen“ als wichtiges Ziel europäischer Bildungspolitik.
Außerdem wurde 1973 ein eigenes Bildungsressort in der EG-Generaldirektion für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung eingerichtet. Zuständiger Kommissar war damals der deutsche Ralf Dahrendorf (FDP).
1976
Der Europarat beschließt eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Konkret: „1976 beschlossen die Bildungsminister der damaligen neun Mitgliedstaaten der EG die Einrichtung eines Informationsnetzes mit dem Ziel, die Kenntnisse über die jeweiligen Bildungspolitiken und -strukturen zu verbessern. Daraufhin wurde 1980 Eurydice, das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa, eingerichtet. Eurydice bietet eine solide Wissensgrundlage und vermittelt Erfahrungswerte – so können Ideen und bewährte Verfahren leichter verglichen werden. Durch das Informationsnetz konnte auch die faktengestützte Politikgestaltung im Bildungswesen verbessert werden.“ Außerdem wird ein Bildungsausschuss eingesetzt.
Quelle: Website der Europäischen Kommission, http://ec.europa.eu/education/policies/educ/education_de.html
1980
Einrichtung des europäischen Informationsnetzes zum Thema Bildung „Eurydice“, siehe 1976.
1991
Memorandum über Berufsausbildungspolitik der neunziger Jahre, Thema: Perspektiven europäischer Berufsausbildungspolitik.
Memorandum zur Hochschulbildung in der Europäischen Gemeinschaft und Memorandum zum Fernunterricht in der Europäischen Gemeinschaft, Thema: Integration von Fernstudien in europäische Hochschulpolitik.
1992
Im 1992 in Maastricht unterzeichneten „Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft“ wurde Bildung als Thema europäischer Politik erstmals formal anerkannt. Der Maastrichter Vertrag steckt den Rahmen für die allgemeine und berufliche Bildung in der EU in Artikel 149 Absatz 1 ab: „Die Gemeinschaft trägt zur Entwicklung einer qualitativ hoch stehenden Bildung dadurch bei, dass sie die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördert und die Tätigkeit der Mitgliedstaaten unter strikter Beachtung der Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Lehrinhalte und die Gestaltung des Bildungssystems sowie der Vielfalt ihrer Kulturen und Sprachen erforderlichenfalls unterstützt und ergänzt.”
1993
Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft.
1994
Das „Leonardo“-Programm wird eingerichtet. Wikipedia erläutert: „Leonardo fördert die internationale Zusammenarbeit und Auslandsaufenthalte von Auszubildenden, Studenten und Arbeitnehmern, um die Qualität der Berufsbildung zu erhöhen. Zugleich soll Innovation vorangetrieben werden und die „europäische Dimension“ in Berufsbildungssystemen und Lehrmethoden gestärkt werden. Insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen sind angesprochen. Neben der Mobilität und der Sprachkompetenz zielt Leonardo auch auf transnationale Pilotprojekte zur Entwicklung innovativer Ausbildungsmethoden, auch unter Nutzung moderner Kommunikationstechnologie ab. Leonardo fördert weiters transnationale Netzwerke verschiedener Einrichtungen zur langfristigen Entwicklung von Ausbildungsmethoden, sowie Projekte zur Analyse des zukünftigen Ausbildungs- und Qualifikationsbedarfs. Auch Datenvergleichsprojekte werden unterstützt.“
Quelle: www.wikipedia.org, „Förderprogramme der EU“.
1995
Das Förderprogramm „Sokrates“ und damit auch „Comenius“ wird eingerichtet. Wieder aus Wikipedia: „Das Sokrates-Programm soll die allgemeine Bildung fördern und besteht aus einer ganzen Reihe von Unterprogrammen: Minerva (Förderung der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des offenen Unterrichts, der Fernlehre und von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungswesen), Erasmus (Universitäten), Comenius (Schulen), Lingua (Förderung der Sprachenvielfalt) sowie Grundtvig (Erwachsenenbildung, lebenslanges Lernen). Zu Erasmus gehört auch das Programm Arion, mit dem Studienbesuche für Fachleute und Entscheidungsträger im Bildungswesen gefördert werden. Als flankierende Maßnahmen zu Erasmus werden auch Informationstätigkeiten unterstützt.
1995
Das Förderprogramm YOUTH wird aus der Taufe gehoben. Es dient dazu, die Mobilität junger Menschen zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, „das zusammenwachsende Europa zu erfahren und aktiv zu unterstützen.“
Quelle: www.jugendfuereuropa.de.
1995
Das Weißbuch „Lehren und Lernen: Auf dem Weg zur kognitiven Gesellschaft“ erscheint. In seinem Zentrum steht das Thema Erwachsenenbildung. Erklärtes Ziel europäischer Bildungspolitik: die europäische Wissensgesellschaft, zu erreichen durch „lebenslanges Lernen“. Den Anforderungen des Arbeitsmarktes soll damit Genüge getan, soziale Ausgrenzung bekämpft werden.
1996
„Europäisches Jahr des lebenslangen Lernens“.
1997
Der Vertrag von Amsterdam als Ergänzung des Maastrichter Vertrages befasste sich vor allem mit der Osterweiterung der EU. Das Thema Bildung bekommt dabei prominentere Bedeutung, vorrangig als Teil der Beschäftigungspolitik.
2000
Lissabon Gipfel: Auf einem Sondergipfel der EU-Regierungschefs im März 2000 in Lissabon werden die Grundlagen der heutigen EU-Bildungspolitik gelegt. Ziel der „Lissabon-Strategie“ ist es, Europa bis 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen. Bildungspolitik ist ein Mittel zur Erreichung dieses ökonomischen Zieles. Im Rahmen der Strategie werden konkrete Ziele vereinbart wie der Abbau der Anzahl von SchulabbrecherInnen und die Steigerung der Zahl der HochschulabsolventInnen. Im Zentrum der Strategie stehen die Begriffe „Wissensgesellschaft“ und „lebenslanges Lernen“.
2000
Der „Qualität der schulischen Bildung in Europa: Sechzehn Qualitätsindikatoren” erscheint. Hier taucht als Qualitätsmerkmal von Bildung auch die Frage des Zugangs zu vorschulischer Bildung auf.
http://europa.eu/scadplus/leg/de/cha/c11063.htm
2001
Die EU Kommission veröffentlicht den Bericht „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“, Inhalt ist die Umsetzung der Lissabon-Ziele.
2001
Das Weißbuch „Neuer Schwung für die Jugend“ erschient. Es soll zu einer verstärkten Einbeziehung der Jugend in sie betreffende Politikbereiche beitragen.
2002
Europarat und EU-Kommission beschließen ein 10-Jahres-Arbeitsprogramm mit dem Namen „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“. Es soll den Rahmen bilden, der alle Aktionen im Bildungsbereich auf europäischer Ebene, einschließlich der beruflichen Bildung, integriert. Die Ziele umfassen die Verbesserung der Qualität der Bildungssysteme und des Zugangs zur Bildung für alle sowie die Öffnung der Bildungssysteme gegenüber der Welt. Das Programm soll mithilfe der „MOK“, der „Methode der offenen Koordinierung“, umgesetzt werden. Das bedeutet: Arbeit an gemeinsamen Zielen, Lernen von dem, was besonders gut funktioniert.
Quelle: www.europarl.europa.eu/facts/4_16_1_de.htm
2004
Mitteilung über „Die neue Generation von Programmen im Bereich allgemeine und berufliche Bildung nach 2006“.
Der erste Bildungsbericht der EU erscheint: www.berlinews.de/archiv-2004/1160.shtml.
Am 14. Dezember 2004 beschließen die Bildungsminister aus 32 europäischen Staaten in Maastricht, einen europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) zu schaffen, der Qualifikationen und Bildungsabschlüsse vergleichbar werden lassen soll.
2005
Mitteilung „Das intellektuelle Potenzial Europas wecken“.
2006
Der 3. Bildungsbericht erscheint.
2007
Die Programme „Socrates“, „Leonardo da Vinci“ und „Jugend“ sollen weiter vereinheitlicht werden. Für den Zeitraum 2007-2013 stehen für das EU-Programm „Jugend“ 900 Millionen Euro zur Verfügung.
Quelle: http://europa.eu/pol/educ/overview_de.htm
Weiterlesen:
www.europa-digital.de/dschungelbuch/polfeld/bildung/entwickl.shtml
Quellen:
www.europa-digital.de
Du Bois-Reymond, Manuela: Europas neue Lerner. Ein bildungskritischer Essay. Verlag Barbara Budrich, Opladen und Farmington Hills 2007.