Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.


Prof. Stefan Rahmstorf, 47, ist Klimaforscher und Ozeanograph am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).
A4K: Herr Dr. Rahmstorf, wie lange haben wir noch? Ist wirklich in 7, 15 oder 20 Jahren alles zu spät?
Stefan Rahmstorf: Hinter solchen Zahlen steht die Tatsache, dass die EU (und mehrere andere Länder) die globale Erwärmung bei höchstens 2 ºC stoppen will - bislang sind wir schon bei 0,8 ºC globalem Temperaturanstieg gelandet. Um dieses 2-Grad-Limit noch einhalten zu können, müssen wir in der Tat spätestens um das Jahr 2020 herum den Trend steigender Emissionen gestoppt haben, ab dann müssen die Emissionen global sinken. Bis 2050 müssen sie etwa halbiert werden. Nun hat „BILD“ geschrieben: wir haben noch 13 Jahre, sonst wird die Menschheit sich auslöschen, „unter entsetzlichen Qualen“. Richtig ist: sonst werden wir die 2-Grad-Grenze überschreiten, die die meisten Klimatologen als gefährlich einstufen.
Wie finden Sie es, wenn Medien solche Horrornachrichten oder -szenarien über die bevorstehende Klimakatastrophe verbreiten?
Solche Übertreibungen sind natürlich unverantwortlich. Mindestens ebenso schlimm - und wesentlich besser organisiert und häufiger anzutreffen - ist aber die Verharmlosung des Klimawandels. Immer wieder werden in den Medien scheinbar wissenschaftliche Thesen lanciert, die in Frage stellen, ob der Mensch überhaupt für den Klimawandel verantwortlich ist. Dort wird beispielsweise behauptet, vielleicht sei ja die Sonnenaktivität an der Erwärmung schuld. Nicht dazu gesagt wird dann, dass die Sonnenaktivität ja gemessen wird und seit 1950 überhaupt nicht zugenommen hat - für die aktuelle globale Erwärmung, die ja größtenteils nach 1970 stattgefunden hat (0,6 ºC), kann die Sonne nicht verantwortlich sein. Der Laie kann solche Meldungen, die immer wieder von den gleichen Leuten kommen, leider nicht von seriöser Forschung unterscheiden.
Wie spricht man mit Kindern über das Thema, ohne sie zu ängstigen?
Wichtig ist vor allem, dass sie verstehen, dass die Zukunft in unserer Hand liegt. Wir können die Erwärmung noch stoppen und das Schlimmste verhindern. Dies zu verstehen ist übrigens für Erwachsene ebenso wichtig.
Denn selbst Erwachsene verdrängen das Thema ja gerne - weil es eben beunruhigend ist. Wieso ist das Thema so Angst erregend?
Ich meine, es ist das Gefühl der Ohnmacht - man denkt, man kann nichts dagegen tun, also verdrängt man die unbequeme Wahrheit. Vielleicht will man auch nicht so genau darüber nachdenken, ob der eigene Lebensstil eigentlich nachhaltig ist.
Handeln ist eine gute Strategie gegen Angst. Was empfehlen Sie – gerade Familien mit Kindern?
Jeder hat natürlich den eigenen CO2-Ausstoß weitgehend in seiner Hand, und man kann viel tun, um ihn zu reduzieren. Eine Halbierung, wie sie global 2050 erreicht werden soll, können die meisten für sich selbst innerhalb weniger Jahre erreichen. Ein Auto fahren, dass nur halb so viel verbraucht - oder am besten gar keins. Kinder können meist auch mit dem Rad zur Schule fahren, statt sich chauffieren zu lassen - mich haben meine Eltern nie zur Schule gefahren. Auf Fernflüge verzichten. Sparsame Elektrogeräte ohne Standby-Verbrauch kaufen, Energiesparlampen, nicht unnötig Licht brennen lassen, zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln - es gibt jede Menge Möglichkeiten. Hausbesitzer sollten sehr gut dämmen und eine Solaranlage anschaffen.
Werden wir Menschen uns an den Klimawandel und seine Folgen gewöhnen, uns anpassen? Wie sieht so eine Anpassung aus?
Auch wenn wir die Erwärmung bei 2 Grad stoppen, werden wir uns anpassen müssen, z.B. durch höhere Deiche an den Küsten und durch Baumarten im Wald, die besser mit Dürre zurechtkommen. Wir suchen unsere Tochter nach dem Spielen im Garten immer auf Zecken ab, weil diese Tiere zunehmend Krankheiten übertragen, wahrscheinlich auch eine Folge der Erwärmung. Das könnte also auch schon unsere kleine Anpassung an ein wärmeres Klima sein. Geht die Erwärmung deutlich über 2 Grad hinaus, dürfte es allerdings schwierig werden.
Stefan Rahmstorf
www.ozean-klima.de
www.realclimate.org
Das Interview führte Alke Wierth.