Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

Autorin: Dr. Gisela Steppke-Bruhn
Jeden Morgen das Gleiche: Henrik, anderthalb, klammert sich ängstlich an seinen Vater, wenn der sich Richtung Tür dreht, um die Wohnung der Tagesmutter zu verlassen. Die dreijährige Pauline macht bei der Kinderärztin jedes Mal ein Riesengeschrei, selbst wenn diese nur ihre Mandeln anschauen will. Sören, viereinhalb, gerät in Panik, sobald ein Hund nur in seine Nähe kommt - die gleichaltrige Mia fürchtet sich sogar vor Tieren, die gar nicht da sind: Ein Krokodil könnte unterm Bett lauern oder ein Löwe hinterm Vorhang…
Ängste bei Kindern sind – wie bei Erwachsenen – normal und meist auch sinnvoll, denn sie verhindern, dass man sich in Gefahr begibt. Besser, einen Bogen um einen Hund zu machen als drauflos zu stürmen und vielleicht gebissen zu werden! Und wer weiß, was passiert, wenn Papa weg ist oder die Kinderärztin einem in den Mund fasst… Anders als Erwachsene können Kinder in vielen Situationen die Folgen nicht absehen, sie haben Angst, alleine gelassen und ausgeliefert zu sein.
Bei sehr kleinen Kindern, die Phantasie und Realität noch nicht sicher unterscheiden, können auch vorgestellte Dinge oder Gestalten bedrohlich erscheinen. Bei größeren Kinder kommen Ängste um Angehörige oder Freunde dazu: Kann der Großvater an seiner Krankheit sterben? Könnten die Eltern einen Autounfall haben oder kann im Haus ein Feuer ausbrechen, wie es im Fernsehen zu sehen war?
Über die meisten Ängste können Erwachsene dem Kind hinweghelfen. Henriks Vater bleibt in der ersten Woche mit seinem Sohn zusammen bei der Tagesmutter und geht dann nur kurz weg, bis Henrik weiß: Papa kommt ja wieder! Paulines Kinderärztin macht erst einmal an ihrer Mutter vor, wie sie die Untersuchung durchführen will. Zuhause hat Pauline jetzt einen Arztkoffer, da ist beim nächsten Mal ist die Situation nicht mehr ganz so fremd. Auch Sören wird geholfen: Mit dem friedlichen Hund der Nachbarin kann er ganz vorsichtig Bekanntschaft schließen. Seine Mutter hilft bei der Risikoabschätzung: Sieh mal, er wedelt mit dem Schwanz, er freut sich.
Auch Mias Eltern nehmen die Ängste ihrer Tochter ernst: Abends wird zusammen unterm Bett und hinterm Vorhang nachgeschaut, und für alle Fälle bleibt die Tür offen und im Flur brennt ein kleines Licht – das mögen Krokodile und Löwen gar nicht.
Ob verständlich oder nicht: Wichtig ist, die Ängste des Kindes ernst zu nehmen. Ein ängstliches Kind auszuschimpfen, sich lustig zu machen oder es zu etwas zu zwingen, wovor es sich fürchtet, vergrößert nur das Gefühl von Ohnmacht und Alleinsein. Mit geduldiger Unterstützung werden die meisten Kinderängste überwunden, sie „wachsen sich aus“. Wenn die Angst ein Kind (und seine Eltern) aber allzu sehr einschränkt und seine Lebensfreude beeinträchtigt, sollten Eltern und Hilfe in einer Erziehungsberatungsstelle suchen.