Hier finden Sie unseren neuesten Extrabrief zum Thema Sprachentwicklung und Sprachförderung (0-3 und 3-6 Jahre)
in 10 Sprachen
Im Rahmen des Arabischen Medien Projekts "mit Eltern - für Eltern" erstellt der ANE e.V. Materialien und Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum. Mehr Info hier.
"Woher nehmen Sie das Recht?"
Grundlagenseminar für neu gewählte Elternsprecher am 25.09.10 oder 30.10.10 von 10 bis 16.00 Uhr in der Geschäftsstelle des ANE. Anmeldung hier.

Thema des Monats
Autorin: Birgit Storr, Redaktion "Elternbriefe", ANE e.V.

Vielen Erwachsenen fällt zum Stichwort „Kita“ ein: Die Kita ist ein Ort, an dem die Kinder betreut werden, wenn die Eltern arbeiten gehen. Aber Kindertagesstätten sind viel mehr als bloße Betreuungseinrichtungen. Sie sind Lernorte. Kindertagesstätten haben einen Bildungsauftrag. Deshalb gibt es schon für die aller Kleinsten Programme der Bildung und Förderung in der Kita.
Das Berliner Bildungsprogramm
In Berlin beispielsweise orientieren sich die Kitas am Berliner Bildungsprogramm. Es unterscheidet in sechs unterschiedliche Bildungsbereiche, in denen Kinder Lernerfahrungen machen können:
All diese Bildungsbereiche werden in der Kita immer wieder aufgegriffen.
Beim Lernen in der Kita geht es nicht nur darum, sich Sachwissen anzueignen. Vielmehr ist es den Kindern hier möglich, ganz verschiedene Fähig- und Fertigkeiten spielerisch zu entwickeln.
Das Berliner Bildungsprogramm benennt vier Kernkompetenzen, die Kinder in der Kita erwerben sollen: So werden sie in der Kita erstens darin gefördert, sich selbst als Persönlichkeit kennen zu lernen und sich zu behaupten (Ich- Kompetenz). Darüber hinaus lernen sie zweitens, mit anderen Kindern auszukommen, Freundschaften aufzubauen und Konflikte zu lösen (Soziale Kompetenz). Sie eignen sich drittens Wissen über viele Sachverhalte an (Sachkompetenz) und lernen viertens auch, wie sie sich selbst Informationen beschaffen können und Antworten auf Fragen finden können (Lernmethodische Kompetenz).

Lernen in der Kita- Die Welt mit allen Sinnen entdecken
Kitas ermöglichen es den Kindern, die Welt mit allen Sinnen zu erfahren, Neues zu entdecken und mit anderen Kindern zu spielen. Es wird musiziert, gebastelt, experimentiert, geturnt und gemalt. Es gibt Ausflüge und Projekte und Kitafeste. Aber auch wenn gar nichts „Besonderes“ geplant ist, lernen Kinder auch beim freien Spielen eine Menge.
Wenn zum Beispiel an heißen Sommertagen im Garten der Kita mit Wasser geplanscht wird, dann können Kinder eine Vielzahl an Lernerfahrungen machen: Sie können für sich selbst erfahren: „Mag ich es, wenn ich jetzt nassgespritzt werde? Wenn nicht, wie sage ich „nein, lass das!““ (Ich- Kompetenz). Sie lernen auch miteinander umzugehen „Wann ist es in Ordnung, ein anderes Kind in einer Gruppe nass zu spritzen? Wie können wir einen Streit darüber aushandeln, wer den Wasserschlauch halten darf?“ (Soziale Kompetenz)
Das Wasserbad auf dem Hof bietet auch Anlass darüber nachzudenken: „Wie viel Wasser passt in den kleinen Eimer, wie viel Wasser in den großen? Wie lang ist der Wasserschlauch?“ (Sachkompetenz) Ganz nebenbei lernen Kinder, wie sie Antworten auf Fragen finden können: „Wenn wir wissen wollen, wie viel Wasser in einen Eimer passt, dann holen wir verschiedene Eimer und probieren es aus. Wir holen eine Waage und prüfen, welcher Eimer schwerer ist.“ (Lernmethodische Kompetenz)
Die Angebote sind immer dem Alter der Kinder angepasst, so dass Kleinkinder ebenso gut gefördert werden wie Vorschulkinder. In der Kita wird spielerisch gelernt, ohne Leistungsdruck.
Deutsch lernen in der Kita
Besonders für Kinder, die zu Hause kein deutsch sprechen, ist es wichtig, frühzeitig eine Kindertagesstätte zu besuchen.
Die deutsche Sprache lernen Kinder in der Kita ganz nebenbei, im täglichen Austausch mit den anderen Kindern und Erzieher/innen. Die Erzieher/innen können aber auch besondere Hilfsmittel verwenden, z.B. Sprachlernkoffer mit Bilderkarten.
Gut ist es, wenn die Kinder nicht nur im letzten Jahr vor der Schule die Kita besuchen, sondern schon mit drei Jahren in die Kita gehen. Je früher Kinder in die Kita kommen, desto besser können sie die deutsche Sprache erlernen.
Die Kindergartenzeit ist eine gute Vorbereitung auf die Schule. Auch deshalb ist es gut, wenn sie länger als nur ein Jahr dauert.
Der Kindergarten- eine große Chance für alle Kinder
Die meisten Kinder gehen gerne in den Kindergarten, auch wenn sie erst ein, zwei oder drei Jahre alt sind. Und die Kitas stellen sich auf die Bedürfnisse von Kleinkindern immer besser ein.
Scheuen Sie sich nicht für Ihr Kind schon frühzeitig einen Kitaplatz zu suchen. Der Besuch einer Kindertagesstätte ist für alle Kinder eine große Chance.
Lesen Sie mehr dazu
ANE-Extrabriefe: Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen (0-3 und 3-6 Jahre)
Werkstatt Elternbriefe: Sprachentwicklung und Sprachförderung - Expertinnen Meinung
Weiterführende Informationen
Das Berliner Senat bietet den Eltern eine Reine von Informationen rund um das Thema Kita und Sprache in verschiedenen Sprachen:
Kurzinfo für Eltern über das Berliner Bildungsprogramm in Tageseinrichtungen
Infoblatt für Eltern zur Sprachstandfeststellung
Hinweise zum Sprachlerntagebuch von Senator Zöllner
Arabisches Medienprojekt "mit Eltern - für Eltern" ist ein Projekt vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.
