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"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

Thema des Monats
Autor: Abdelmajid Hassani, Journalist, Casablanca-Marokko
Übersetzung aus dem Französischen und Adaption: Heidemarie Arnhold, Arbeitskreis Neue Erziehung e.V., Berlin

Das Würgespiel (jeu du foulard) forderte auch in Deutschland im Dezember 2009 ein erstes Opfer, einen 14-Jährigen aus Brandenburg. Der Gymnasiast aus Havelland wurde zu Hause tot in seinem Zimmer gefunden. Seine Mutter fand den leblosen Körper neben dem PC, auf dem noch die Website mit der Anleitung zum tödlichen Spiel geöffnet war. Ein weiterer deutscher Jugendlicher ist nach Presseberichten ebenfalls aufgrund dieses «Spiels» in Paris ums Leben gekommen.
"Die Methode solle zu bewusstseinsverändernden Erfahrungen führen, denn durch Abdrücken der Halsschlagader werde die Atmung so lange unterdrückt bis man das Bewusstsein verliere", warnt Frau F. Cochait, deren Sohn mit 9 Jahren durch das Würgespiel ums Leben kam, weswegen sie das Spiel seit 2000 bekämpft.
Im Internet findet man viele Hinweise zu diesem tödlichen Spiel, darunter auch konkrete Vorschläge von Erwachsenen, die deutlich machen, wie man ein Herzversagen vermeiden kann. Dennoch könne das unwiderruflich den Tod herbeiführen, warnt APEAS, die französische Organisation der Eltern von Opfern des Würgespiels. Die Organisation wurde von Frau Cochait gegründet. Ziel ist es den Familien zu helfen, die in derselben Situation sind, und Ihnen Trost zu spenden, sowie Jugendliche, Familien, Fachleute aus Pädagogik, dem Gesundheitswesen und der Justiz zu informieren und vor den Gefahren des Spiels und seinen Ableitungen zu warnen.
Das Spiel, das sich harmlos gebe, könne alle Kinder und Jugendliche betreffen (von 4 bis 20 Jahren), aus allen sozialen Schichten. Es werde unter dem Druck der Peer Group, dem Einfluss von Medien (Filme oder Internet) oder durch schriftliche Anleitungen als eine Art Mutprobe oder Initiationsritus verbreitet, erläutert die Elternvereinigung, die bisher in 2009 dreizehn und für das Jahr 2008 ein Dutzend Tote zählt.
Nach Medienberichten ist das Spiel um 1995 entstanden und hat allein in den USA im Jahre 2007 80 Opfer gekostet, meist Kinder und Heranwachsende im Alter von 6 Jahren bis 20.
Eltern sollten unbedingt auf Hinweise auf das Spiel oder körperliche Anzeichen achten. Sie sollten sich diese auf jeden Fall erklären lassen, erläutert APEAS. Die Organisation betont ausdrücklich immer wieder die Gefährlichkeit dieser „Spielmethode", die schwierig zu entdecken sei, denn es handele sich eben um keinen Gewaltakt oder Selbstmord, sondern „nur" um ein gefährliches Spiel.
Um weitere Todesfälle zu verhindern hat die Elterninitiative präventive Maßnahmen entwickelt, wie Broschüren, DVDs und Kampagnenlieder. Vorträge, die warnen und verhindern sollen, werden Ministerien, schulischen Einrichtungen und Jugendorganisationen zur Verfügung gestellt.
APEAS hat außerdem eine Untersuchung über die Verbreitung und die Praktiken des Würgespiels in Frankreich durchführen lassen, Resultate wurden im Mai 2007 veröffentlicht.
Die Untersuchung wurde im April 2007 in Frankreich mit einer Stichprobe von 1013 Personen durchgeführt und läßt repräsentative Aussagen für Personen ab 15 Jahren zu. Mehr als 91% der Interviewten, gaben an vom Würgespiel gehört zu haben. Darunter waren 4% Kinder oder Heranwachsende zwischen 5 und 15 Jahren, die es bereits ausprobiert hatten.
Schon Kinder ab 6 Jahren verwenden dieses gefährliche Spiel, anteilig in der Untersuchung waren es 48% der Altersstufe 10-14, 20% der 6- bis 10-jährigen, lediglich 28 % waren noch älter.
Diese Untersuchung hat erstmals Licht in die bisher wenig bekannten Einzelheiten dieser gefährlichen Praktiken gebracht. Unter den 62% der Eltern, die bestätigten bereits vom Würgespiel gehört zu haben, gaben 6 % an, dass eines ihrer Kinder Spielerfahrung habe, davon war eine deutliche Mehrheit von Eltern mit Schulabschlüssen.
Unter den Personen, die erklärten das Spiel persönlich ausgeübt zu haben oder anderen bei diesen Praktiken zugesehen zu haben (etwa 9 % der Befragten), hatten 52% keine oder wenig Wahrnehmung über die Gefährlichkeit des Spiels.
"Unser einziger Wunsch ist, dass niemand mehr denselben Alptraum erleben muss, wie wir ihn erlebt haben, noch ein weiteres Kind oder ein Jugendlicher aufgrund dieser Spielmethoden, deren Gefährlichkeit ignoriert oder unterschätzt wird, sterben muss", so APEAS, die außerdem eine Website mit Informationen und Dokumentationen in sieben Sprachen anbieten darunter auch Deutsch.
Die Informationen in Deutsch sind abrufbar unter:
http://www.jeudufoulard.com/html-de/fram_de.html
Die empirische Untersuchung findet sich unter
http://www.jeudufoulard.com/html-fr/fram_01.html