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Veranstaltungen

Dortmund, 02.06., 10 - 13 Uhr

Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"

Referent: Antonio Diaz
Ort: Biff e.V., Wittenstr. 46, 44149 Dortmund
Teilnehmer: max 15 Personen

Berlin, 08.06., 09:00 Uhr

Fachtag Elternbriefe

"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"

Berlin, 08.06., 10:00 Uhr

Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen

Referent: Iman El-Hussein
Ort: ANE - Geschäftstelle
Teilnehmer: max 15 Personen

Berlin, 08.06., 10:00 Uhr

Elternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"

Referent: Antonio Diaz
Ort: ANE - Geschäftsstelle
Teilnehmer: max 15 Personen

Berlin, 08.06., 14:00 Uhr

Tag der offenen Tür im ANE

Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm.

Berlin, 15.06., 20:00 Uhr

"Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"

Vortrag von Anita Knapek 

Fachtag Elternbriefe

Berlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung

Tag der offenen Tür

Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung

Elterntipps Arabisch/Deutsch

Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.

Elternbriefe Schule Berlin

Elternbriefe Sprache

Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen

Download.
Bestellen.

Filme für Eltern

"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

Schulanfang in Berlin

Schneller zum Abi, schwerer zur Mittleren Reife

Heute beginnt das neue Schuljahr: Kinder und Lehrer müssen sich an so viele Neuerungen wie nie gewöhnen

Die Sommerferien sind vorbei, heute beginnt in Berlin und Brandenburg das neue Schuljahr. Allein in Berlin machen sich 350000 Schüler, 32000 Lehrer und 4000 Horterzieher auf den Weg. Brandenburgs Erstklässler hatten ihre Einschulungsfeiern bereits am vergangenen Sonnabend, in Berlin kommen die Anfänger traditionell erst eine Woche später an die Reihe.

Berlins Grundschulen können diese kleine Schonfrist gut gebrauchen. Sie haben genügend damit zu tun, die vielen Reformen auf den Weg zu bringen und jene neuen Lehrer in die Stundenpläne einzutakten, die sie im letzten Augenblick noch einstellen konnten. Zum Teil wartet man noch auf neue Möbel für die Rekordzahl von 41000 Erstklässlern und auch darauf, dass die neuen Kantinen und Küchen fertig werden. Außerdem müssen Lehrer und Erzieher in dieser ersten Woche ihre neue Zusammenarbeit abstimmen.

Nicht nur auf die Grundschulen kommen Reformen zu, auch in den weiterführenden Schulen bleibt nicht alles beim Alten. Es treten etliche Neuerungen in Kraft, die vergangenes Jahr im Schulgesetz festgeschrieben wurden. Und die Berufsschulen müssen rund 100000 Jugendliche versorgen, von denen viele keinen Ausbildungsplatz haben und deshalb täglich unterrichtet werden müssen. Zwölf allgemeinbildende Schulen werden mangels Nachfrage geschlossen, dafür eröffnen einige freie Schulen, darunter eine jüdische Grundschule. Hier ein Überblick über die Neuerungen.

GANZTAGSSCHULEN
Alle rund 400 Grundschulen garantieren von 7.30 bis 13.30 Uhr eine verlässliche Betreuung auch außerhalb des Unterrichts. Je nach Bedarf können Eltern zudem bereits ab 6 Uhr morgens und bis 18 Uhr abends ein Hortangebot in Anspruch nehmen. Bis auf drei Ausnahmen stellen alle Grundschulen einen Hort mit Mittagessen bereit. Zudem gibt es Grundschulen, in denen der Unterricht in den Nachmittag hinein gestreckt wird. Hier ist die Anwesenheit bis 16 Uhr kostenlos und verpflichtend. Die Zahl dieser Schulen steigt von 49 auf 64.

FRÜHERE EINSCHULUNG
Bislang waren Kinder schulpflichtig, die bis zum 30.Juni 6Jahre alt waren. Jetzt ist dieser Stichtag der 31.Dezember. Dies bedeutet, dass die jüngsten Kinder bei der Einschulung fünfeinhalb Jahre alt sein werden. Zudem gibt es keine Rückstellungen mehr mangels Schulreife.

FLEXIBLER LERNEN
Je nach Reife und Fähigkeiten kann ein Schüler die ersten zwei Klassen künftig in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen. Schnelllerner können also bereits nach neun Jahren die mittlere Reife und nach elf statt zwölf Jahren das Abitur ablegen. Wer dann auch noch am Expressabiturzug teilnimmt, der die achte Klasse überspringt, besitzt nach zehn Schuljahren bereits die Hochschulreife.

MITTLERER SCHULABSCHLUSS
Den Mittleren Schulabschluss erwirbt man nicht mehr mit dem Bestehen der zehnten Klasse. In den Hauptfächern werden landesweit einheitliche Arbeiten geschrieben, in der Fremdsprache kommt eine mündliche Prüfung hinzu. Außerdem müssen die Schüler in einem weiteren Fach ihr Wissen durch eine besondere Präsentation, etwa einen Vortrag oder eine multimediale Darbietung beweisen.

ZENTRALABITUR
Die jetzigen Zwölftklässler werden nach neuen Rahmenplänen unterrichtet, mit denen sie auf das erste Berliner Zentralabitur im Jahr 2007 vorbereitet werden. Dies gilt für alle gymnasialen Oberstufen. Auch bei den Fachabiturienten werden die Aufgaben zentralisiert.

BERUFSSCHULEN
Wegen mangelnder Ausbildungsplätze werden die Kapazitäten der beruflichen Schulen weiter ausgebaut. Der im vergangenen Jahr gestartete neue Schultyp der „Berufsoberschule“ wird von acht auf 14 Standorte erweitert. Das Besondere an der Berufsoberschule ist, dass man hier nicht nur die fachgebundene, sondern auch die allgemeine Hochschulreife erwerben kann.

HAUPTSCHULE
Um die Chancen der Hauptschüler zu verbessern, soll ihr Unterricht noch praxisnäher werden. Das neue „Netzwerk Berliner Hauptschulen“ soll dabei helfen, die Verbindungen zu Betrieben zu stärken. Anders als erhofft hat der Senat aber keine zusätzlichen Stellen zur Verfügung gestellt, um die Zahl der Schüler ohne Abschluss und ohne Ausbildungsplatz zu reduzieren.

JAHRGANGSMISCHUNG
Die ersten beiden Jahrgangsstufen sollen künftig gemischt werden. Schüler der ersten und zweiten Klasse werden also zusammen unterrichtet. 21 Schulen haben bereits Erfahrungen mit dem jahrgangsübergreifenden Lernen gesammelt. In diesem Schuljahr kommen 27 Schulen hinzu, bis 2007/08 sollen alle Grundschulen die Mischung praktizieren.

RAHMENPLÄNE
In Kraft treten jetzt die neuen Rahmenpläne für den naturwissenschaftlichen Unterricht in den fünften und sechsten Klassen sowie für die Oberstufe (Klassen 11 und 12) im Hinblick auf das Zentralabitur. Außerdem werden neue Lehrpläne für die Mittelstufe (Klassen7 bis 10) diskutiert, die als Entwurf vorliegen.

UND AUSSERDEM
– Die Vorklassen gibt es nicht mehr.
– Die sechsten Klassen haben zwei zusätzliche Stunden, weil dieser Jahrgang das Abitur erstmals nach zwölf Jahren ablegen soll. Dies kommt den Naturwissenschaften zugute.
– Zwei weitere Gymnasien starten mit fünften Klassen: die mathematisch profilierten Gymnasien Heinrich-Hertz in Friedrichshain und Herder in Charlottenburg.
– Erste Klassen mit über 40 Prozent Ausländerrate brauchen nicht rund 25, sondern nur 20 Kinder aufzunehmen.
– Deutschkurse für die Mütter von ausländischen Schülern werden ausgeweitet. Die Kapazität steigt von 6000 auf 9500 Plätze.

 

Hildegard Lierow, ANE-Mitarbeiterin für alle Schulfragen, wird fast täglich von Eltern von Berliner Schulkindern angerufen. Dass sie deren Sorgen kennt, zeigt ihr Kommentar zu den Reformen. Ihre Antwort macht Eltern Mut!

Wohl kaum ein Schulbeginn war jemals von so großem öffentlichen Interesse begleitet wie der in diesem Jahr in Berlin. Und wohl kaum vorher haben sich so viele Eltern gewünscht, ihre Kinder mögen jünger oder älter sein, auf jeden Fall aber, dieses historische Datum möge ohne ihre Beteiligung vorübergehen. Dabei sind es überhaupt nicht die Reformen selbst, die sie verunsichern – im Gegenteil: Es sind die Zweifel an deren Gelingen. Sowohl Reformfreude als auch Umsetzungszweifel teilen Eltern nicht nur mit Lehrern und Erziehern, sondern mit dem gesamten Rest der Stadt, vor allem dem, der Zeitung liest. Kein Tag vergeht, an dem nicht eine Meldung über den Zustand der Schulen vor dem Tag x zu lesen ist. Die Botschaften wechseln zwischen Erstaunen, was in kurzer Zeit geleistet wurde und Panik über das erwartete Chaos.

Zu viel? Zu schnell?
Auf diesen knappen Nenner bringt die Senatsverwaltung für Bildung die Stimmung der Eltern. Kürzer und besser lässt sich deren Unsicherheit tatsächlich nicht ausdrücken (nachzulesen in der Broschüre "Los geht’s. Der erste Schultag", die alle Eltern am Einschulungstag ihres Kindes in ihrer Elternschultüte finden).

Zwei Neuerungen sind es vor allem, die den Eltern Sorge bereiten: Das vorgezogene Einschulungsalter und die Übertragung der Horte an die Schulen. Schaut man sich den neuen Schülerjahrgang genauer an, wird klar, welches Gewicht die Schulen im kommenden Schuljahr zu stemmen haben. Das fängt bei den bloßen Zahlen an: Statt wie bisher ca. 25.000 Kinder werden am 13. August 38.000, nach neuesten Meldungen sogar 41.000 Kinder eingeschult. Dazu gehören die Kinder, die im letzten Schuljahr bereits alt genug waren, aber zurückgestellt wurden, also jetzt über sieben Jahre alt sind, dazu gehören aber auch die so genannten Kann-Kinder, die im März gerade fünf Jahre alt geworden sind. Ebenfalls dazu gehören die Kinder, die bisher in die Sonderschulen für Lernbehinderte gingen (jetzt heißen sie Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Lernen"), weil in den beiden ersten Schuljahren kein entsprechender Förderbedarf mehr festgestellt werden darf. Nicht nur vom Alter, sondern auch von der Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Kinder her erwartet die Schulen ein sehr breites Spektrum. Kein Wunder also, dass viele Schulen schon jetzt das praktizieren wollen, wozu sie erst in zwei Jahren verpflichtet sind, nämlich den Unterricht der Schulanfangsphase jahrgangsübergreifend zu organisieren. Das zeigt, wie überzeugend dieses Unterrichtskonzept ist. So überzeugend, dass man sich fragt, warum es nicht schon längst und nicht an allen Schulen durchgeführt wird. Und warum es nicht so umgesetzt wird, wie es die 18 Modellschulen in Berlin seit Jahren vormachen. Die fassen nämlich nicht nur zwei, sondern drei Jahrgänge zusammen. Dafür gibt es gute Gründe. Nachzulesen sind sie in der hier anklickbaren Broschüre der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), mit der die Schulen von dieser Organisationsform überzeugt werden sollen. Denn darüber können die Schulen selbst entscheiden. Getroffen werden solche grundsätzlichen Entscheidungen in der Schulkonferenz, in der auch Eltern Sitz und Stimme haben. Also: Auch Sie sind gefragt!

Schwieriger noch als die zukünftige Zusammensetzung der Klassen ist die Organisation der Nachmittagsbetreuung einzuschätzen. Klar ist, dass die Horte ab dem 1. August in den Verantwortungsbereich der Schule fallen, die Erzieherinnen also zum Kollegium der Schule gehören. Klar ist auch, dass es der Schule überlassen bleibt, ob sie die Betreuung selbst organisiert oder mit so genannten freien Trägern zusammenarbeitet (zum Beispiel der Arbeiterwohlfahrt, dem Diakonischen Werk, aber auch den Schülerläden). Unklar ist noch, ob die Bauarbeiten alle abgeschlossen sein werden und vor allem ob die Hortplätze überhaupt ausreichen. Das wird mit Sicherheit erst klar sein, wenn die Schule für alle begonnen hat. Also doch Zu viel? Zu schnell?

Die Senatsverwaltung antwortet darauf: "Nein, das Gesamtkonzept Berliner Bildungsreform muss sein. Jetzt." (siehe oben genannte Broschüre). Eindeutiger kann eine Antwort wohl kaum ausfallen!

Würde man die Schulleitungen oder Lehrer fragen, käme mit Sicherheit keine so eindeutige Antwort heraus.

Und Sie? Was würden Sie auf die Frage "Zu viel? Zu schnell?" antworten? Wie sehen Sie dem Schulanfang Ihres Kindes entgegen? Wie Ihr Kind?

Zwei Antworten haben wir bereits. Sie kommen von unseren Kolleginnen Elisabeth Heinrich und Cordula Klaffs, deren Kinder jetzt eingeschult werden. Bei Elisabeth sind es die ersten Kinder (Zwillinge, Mädchen/Junge), bei Cordula ist es die zweite Tochter. Elisabeth wohnt in Charlottenburg, Cordula in Kreuzberg. Elisabeths Kinder werden in eine offene Ganztagsschule gehen, Cordulas Tochter in eine gebundene (in die schon ihre Schwester geht). Bei allen Unterschieden haben die Gespräche eines gemeinsam: Neugier und Spannung, wie es zu Schulbeginn tatsächlich aussehen wird, aber von Katastrophenstimmung keine Spur.

Zur besonderen deutschen Eigenart im Umgang mit Reformen hat auch der Zukunftsforscher Matthias Horx eine schöne Antwort: "Fangen wir einfach an. Und dem nächsten deutschen Oberlehrer, der wieder das nahe Weltende beschwört, lässt sich elegant angelsächsisch kontern: Der Pessimist sagt, es könne gar nicht mehr schlechter werden. Der Optimist erwidert: Oh, doch, es kann!" (Im Land der Miesmacher, Tsp. 31.7.05).