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Hin und her - Chaos im Doppelpack (DVD)

Hin und her – Chaos im Doppelpack
Regie: Ella Lemhagen
Darsteller: Amanda Davin, Joergen Langhelle, Helena af Sandberg u.a.
Freigegeben ab 6 Jahre
Signatur in der Kinder- und Jugendbibliothek der ZLB: K 400 Hin 1 (DVD)


Im Wartebereich des Stockholmer Flughafens stehen sich Julia und Martin gegenüber und trauen ihren Augen kaum – sie sind sich so ähnlich dass sie Zwillinge sein könnten. Beide haben Eltern, die geschieden sind, und beide sind nun auf dem Weg zu dem jeweils anderen Elternteil. Julia soll bei der Hochzeit ihrer Mutter Blumen streuen und Martin freut sich überhaupt nicht auf den Hof seines Vaters an der Grenze zu Norwegen, wo ihn sein Cousin wieder nur ärgern wird. In der Hektik am Flughafen müssen sie nur ein ganz klein bisschen nachhelfen und prompt verwechselt sie die Stewardess. Julia fliegt als Martin in den hohen Norden und Martin sitzt als Julia in einem Flugzeug nach Malmö.
Wie sich die beiden sehr unterschiedlichen Kinder in die neue Situation finden, wie sie sich durchmogeln und wie sie mit den Herausforderungen umgehen, das bietet viel Stoff für komische und nachdenkliche Szenen.

Julia (also Martin) stellt fest, dass ihr Zimmer in einen Fitnessraum für den neuen Partner ihrer Mutter umgewandelt wurde. Der tritt als Gladiator bei Schaukämpfen im Fernsehen auf und zeichnet sich vor allem durch ein gut ausgebildetes Selbstbewusstsein aus. Die Hochzeit der beiden steht vor der Tür und Martin sieht sich mit dem Ansinnen konfrontiert, ein Rüschenkleid anzuziehen und gemeinsam mit seiner neuen Stiefschwester in der Kirche Blumen zu streuen. Er kann nicht ahnen, dass Julia niemals einer solchen Zumutung zugestimmt hätte und erstaunt seine Mutter durch ungewohnte Fügsamkeit.

Martin (also Julia) überrascht seinen Vater durch seine ungewohnte Lebhaftigkeit und eine große Begeisterung für die Schweine, die auf dem Hof gehalten werden. Bisher kannte Martins Vater seinen Sohn eher als verträumten, stillen Jungen, dessen größte Leidenschaft das Klavierspiel war. Das Martins Oma steif und fest behauptet, Martin sei nicht Martin sondern ein fremdes Mädchen, wird unter ‚Senilität’ verbucht und nicht weiter beachtet. Sonst scheint aber keinem der erwachsenen etwas aufzufallen…
Überhaupt sind die Großen eigentlich vor allem mit sich selbst beschäftigt. Die Kinder laufen am Rand ihres Lebens mit und müssen aufpassen, nicht unterzugehen. Sie suchen Halt und Orientierung und sind doch oft auf sich allein gestellt. Martin lernt, auf seine innere Stimme zu hören (die hier in Gestalt eines von ihm sehr bewunderten Show-Pianisten auftritt) und sich durchzusetzen. Und Julia lernt, dass nicht immer alles nur nach ihrem Kopf gehen kann.

Irgendwann muss die Komödie auffliegen! Das wird in dieser charmanten und unterhaltsamen Variation eines beliebten Sujets glaubhaft und nachvollziehbar gelöst. Nachdenkliche Töne mischen sich mit witzigen Episoden, und wie bei dem großen Vorbild aller Verwechslungskomödien, dem „doppelten Lottchen“ von Erich Kästner, lernen Kinder und Eltern dazu. Die Kinder erfahren, dass ihre Eltern sie lieben so wie sie sind, und die Eltern lernen, dass sie sich etwas mehr auf ihre Kinder einlassen müssen und nicht nur einfach reibungslos funktionierende kleine Erwachsene vor sich haben.