Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.


Autorin: Jeannette Kramp
Was ist „mobbing“?
„Mobbing“ ist in letzter Zeit in aller Munde; - auch durch das „Cybermobbing“ , das in Schulen zunehmend kursiert und Schlagzeilen gemacht hat.
„Mobbing“ bedeutet, dass eine Person über einen längeren Zeitraum durch Worte oder Verhaltensweisen oder Taten fertig gemacht, gedemütigt, oder erniedrigt wird.
Der Begriff „Mobbing“ kommt aus dem Englischen von „mob“, Pöbel“ und „to mob“ bedeutet anpöbeln, angreifen oder attackieren. Es wird auch von „Bullying“ gesprochen, was einschüchtern, schikanieren, tyrannisieren oder piesacken heißt.
Ein „bully“ bezeichnet einen brutalen Kerl, Schläger, Tyrannen oder Maulheld. Früher nannten wir es „hänseln“ oder „jemanden fertig machen“ oder „ausgrenzen“. Jeder, der eine Schule durchlaufen hat, also wohl die meisten Menschen, kennen „mobbing“.
Mobbing ist kein neues Phänomen
In allen Klassen, die ich in 30 Schuljahren unterrichtet habe, gab es Außenseiter, die nicht immer in Frieden gelassen, sondern häufig mindestens verbal angegriffen wurden. Die Verhaltensweisen auch an Arbeitsplätzen und in Schulen, sogar in Kitas, hat es schon immer gegeben. Sie sollten jedoch keineswegs als Normalität und unabänderlich abgetan und hingenommen werden, denn die Opfer leiden oft sehr. Sie werden an der Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit gehindert und werden seelisch krank oder aggressiv gegen sich selbst.
Die Entfaltung der Persönlichkeit ist in einer Demokratie ein Grundrecht und „mobbing“ verletzt dieses elementare Grundrecht vehement!
Wie wird gemobbt?
Obwohl wir wohl alle leider Erfahrungen mit „Mobbing“ wenigstens als Zuschauer sammeln konnten, sei hier noch einmal kurz erinnert, wie Kinder und Jugendliche mobben. Sie werden als „fette Kuh“ oder „Nutte“ beschimpft, als „Streber“ verschrieen, Schreibzeug wird versteckt, Schulranzen ausgeschüttet.
Je nach Alter der Schüler wird die Art des „Mobbens“ perfider, versteckter.
Häufig werden Kinder erpresst: Es werden Prügel angedroht, wenn nicht regelmäßig Geld abgegeben wird.
Die Opfer müssen regelmäßig sexuelle Belästigungen oder rassistische Beschimpfungen, Lügen und Gerüchte über sich ergehen lassen.
Beliebt ist es, in der Oberschule über angebliche Liebesbeziehungen Lügen zu verbreiten. Dies hat schon des Öfteren handfeste Folgen gehabt. Ganze Gruppen von Schülern kamen an unsere Schule, um den angeblichen „Liebhaber“ zu verprügeln, natürlich nach dem Unterricht und am späten Nachmittag.
Die Verbreitung einer angeblichen Liebesgeschichte kann für das betroffene Mädchen unangenehme Folgen haben.
Je länger ein Kind gemobbt wird, desto selbstverständlicher findet es die Gruppe
Oft wird von den Mobbern gesagt, dass es ja nur Spaß sei. Hier müssen Lehrer, Erzieher und Eltern klar stellen, wo die Grenzen zwischen handfestem Mobben und bloßem Spaß sind. Je länger ein Kind gemobbt wird, desto selbstverständlicher findet es die Gruppe und es wird als natürliche Hackordnung angesehen. Für das Opfer wird es immer schwieriger sich aus der Situation ohne Hilfe zu befreien. Darum muss Mobbing unbedingt so schnell wie möglich unterbunden werden!

Warum wird gemobbt?
Die Motive sind vielfältig und sehr unterschiedlich. Mobber wollen Aufmerksamkeit und Macht erlangen. Sie machen sich meist gar keine Gedanken wie stark sie ihren Mitschüler verletzen. Oft wollen sie mit ihrem Schikanieren die anderen Schüler beeindrucken und auf ihre Seite ziehen. Je länger das Mobben andauert, desto mehr Schüler lassen sich negativ mitreißen und mobben mit.. Deshalb sollte auch schnell eingegriffen werden!
Warum schweigen Mobbingopfer?
Viele Schüler befürchten noch mehr im Ansehen zu sinken und glauben, dass Erwachsene ihnen nicht helfen können. Sie reden oft weder mit den Eltern noch mit dem Lehrer oder Erzieher darüber und leiden still. Sie behaupten auch, dass ihnen das Lästern nichts ausmachen würde. Sie schämen sich und suchen oft Gründe bei sich selbst. Aber es gibt gar keinen Grund zum Mobbingopfer zu werden, und es gibt auch nicht das typische Opfer!
Woran können Eltern, Erzieher und Lehrer Mobbingopfer erkennen?
Eltern sollten bei starken Wesensveränderungen ihres Kindes wie plötzlich auftretende Aggressionen, Reizbarkeit, Traurigkeit aufmerksam werden. Mobbingopfer können sich isolieren von Gleichaltrigen, kein Interesse mehr an Freizeitaktivitäten und Hobbys haben, aber auch körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühle, Durchfall entwickeln. Die Folge von Mobbing können auch Albträume, massive Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Schulängste bis hin zum Schulschwänzen oder gar Selbstmord sein.
Kommt ein Kind häufig mit zerrissenen Sachen nach Hause, hat Verletzungen, die es nicht plausibel erklären kann oder beschädigte Schulsachen, dann könnten dies Folgen von Mobbing sein, Erpressungen oder körperlicher Gewaltanwendung.
Natürlich können die Gründe dafür auch andere Ursachen haben. Auf jeden Fall sollten die Ursachen herausgefunden werden.
Wie können Mitschüler, Lehrer, Erzieher, Eltern helfen?
Mitschüler sollten unbedingt das Mobben einem oder mehreren Erwachsenen melden, das ist kein Petzen! Denn Mobben verstößt gegen wichtige Grundrechte, die jedem Menschen zustehen und schädigt das Lernklima. Mobben kann auch zur strafbaren Handlung (geregelt im Strafgesetzbuch, StGB) werden, wenn Körperverletzung im Spiel ist. Mobben kann sich auch ausweiten auf andere Schüler. „Happy Slapping“ verstößt gegen das StGB (§201a, Abs. 1-3, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) und gegen das Kunsturhebergesetz, KunstUrhG, §§ 22, 23 und 33, der sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr androht.
Lehrer, Erzieher, Eltern sollten das Mobbingopfer ernst nehmen, ihm zuhören. Es gibt kein Patentrezept gegen Mobbing und jeder Fall ist anders. Das Selbstvertrauen des Mobbingopfers muss wieder aufgebaut werden und ihm erklärt werden, dass es nicht das einzige Opfer ist.
Wie kann Mobbing beendet oder besser noch verhindert werden?
Im Schulbereich gilt, dass klare Regeln, ständiges Arbeiten am Sozialverhalten gute Möglichkeiten bieten, Mobbing zu verhindern oder auch zu beenden.
Es müssen in den Klassen klare Regeln und Sanktionen herrschen, die das Lernklima angstfrei und angenehm gestalten.
Mobber müssen außer Gesprächen und Übungen zum Einfühlungsvermögen auch die angekündigten Sanktionen sofort spüren. Die Schüler sollten diese Regeln gemeinsam entwickeln unter Anleitung des Lehrers und der Erzieher.
Die Eltern sollten in Elternabenden über diese Regeln diskutieren, sie akzeptieren und unterstützen. Nur gemeinsam mit Schülern, Eltern, Erziehern und Lehrern kann ein gutes Lernklima geschaffen werden!
Streitschlichter gegen Mobbing
An einigen Schulen wird das Streitschichtermodell eingesetzt, um gegen Mobbing vorzugehen. Es sollten im Idealfall aus allen Klassen einer Schule jeweils mindestens 2 Streitschlichter pro Klasse ausgebildet werden, die dann besonders auf das Lernklima achten können.
Einige Sequenzen des Streitschlichterausbildungsprogramms sollten in allen Klassen mit Hilfe der Streitschlichter, Streitschlichterlehrer und Klassenlehrer in Intervallen durchgeführt werden. Dies sollte beispielsweise im Rahmen des Deutschunterrichts geschehen.
Einige Schulen lassen auch schon bei Schuleintritt „Vereinbarungen“ mit Regeln von Eltern und Schülern unterschreiben.
Weitere Tipps und Literaturhinweise: