Hier finden Sie unseren neuesten Extrabrief zum Thema Sprachentwicklung und Sprachförderung für das Alter 0 - 3 Jahre und 3 – 6 Jahre. Die Briefe sind in 10 verschiedenen Sprachen erhältlich und können als pdf-Dokument heruntergeladen werden:
Falls Sie die Extrabriefe in gedruckter Form bestellen möchten, können Sie dies auf der Internetseite des ANE tun:

Autorin: Inge Michels, Journalistin

Mehrsprachige Kitas haben großen Zulauf. Seit Jahren nimmt der Wunsch von Eltern nach frühen Kontakten ihrer Kinder zu zwei oder mehr Sprachen zu. Da stellt sich die Frage, worauf Eltern achten können, wenn sie auf der Suche nach einer mehrsprachigen oder bilingualen Kita sind. Maria Ringler, die Autorin des Buches „Kompetent mehrsprachig“ gibt Tipps und Antworten.
„Ich kann schon Englisch, ich kann schon Englisch…“, hüpfend und rufend springt Nele (5) nach ihrem Tag in der Kita zu den Nachbarskindern in den Garten. Und dann zählt sie: „one, two, three…“. Bis zehn kommt sie, und strahlt. Annika (2) und Serge (3) wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen. Pablo (4) kaut an seiner Unterlippe. Dann fällt ihm sein spanischer Opa ein und er sagt: „Ich kann schon ´gracias´“.
Am frühen Abend unterhalten sich die Eltern der Kinder. Neles Mutter berichtet, dass es in der Kita ein neues Angebot gibt: Jeden Montag 1 Stunde Englisch für die Vorschulkinder. Die Meinungen über das Angebot gehen auseinander. Macht eine Stunde Fremdsprache in einer ansonsten deutschen Kita überhaupt Sinn?
Serges Eltern halten wenig davon. Sie liebäugeln mit der internationalen Kindertagesstätte, in der sie ihren Sohn anmelden wollen. Wenn nur die Kosten nicht wären … Pablos Eltern erzählen, dass sie schon seit längerem überlegen, ihren Sohn in der neuen spanisch-deutschen Kita anzumelden. „Pablo hat in den Ferien viel Spaß gehabt, mit seinen Cousins und Cousinen in Spanien zu spielen“, erzählt die Mutter. Sie und ihr Mann fragen sich jedoch, ob sie Pablo einen Kita-Wechsel zumuten möchten.
Kennen Sie solche oder ähnliche Überlegungen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Müttern und Vätern auch. Der Wunsch von Eltern nach frühen Kontakten ihrer Kinder zu einer Fremdsprache hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Bilinguale Kindertagesstätten führen Wartelisten, mehrsprachige Krabbelgruppen haben großen Zulauf und die Fremdsprachen-Institute haben die „bambinis“ längst als neue Zielgruppe entdeckt. Da stellt sich die Frage: Ist jeder frühe Kontakt mit einer fremden Sprache wirklich sinnvoll? Und wie können Eltern ihren Wunsch nach Mehrsprachigkeit ihrer Kinder am besten umsetzen? (Türkisch-deutscher Elternbrief Nr. 6 / Veli Mektubu No 6) Diskutieren Sie mit uns im Forum.
Bis zu einem Alter von etwa 10 Jahren lernen Kinder eine weitere Sprache relativ mühelos. Das kann jeder beobachten, der in der eigenen oder in einer befreundeten Familie beobachten konnte, wie mühelos sich Kinder zurechtfinden, wenn die Eltern ins Ausland ziehen. Grundsätzlich – da ist man sich in der Fachwelt einig – bringt die frühe Mehrsprachigkeit einige Vorteile. Der Umgang mit einer anderen Sprache macht wissbegierigen Kindern Freude. Sie sind nicht nur bereit, sich fremde Worte vertraut zu machen, sondern lassen sich auch für entsprechende kulturelle Zusammenhänge begeistern. Ein tschechisches Sprichwort sagt gar: Du hast so viele Leben wie du Sprachen sprichst. Und: Wer einmal eine Fremdsprache gelernt hat, tut sich leichter, eine weitere zu lernen – das ist ein weiterer Vorteil, insbesondere mit Blick auf spätere berufliche Qualifikationen.
Doch allein aus diesen zuletzt genannten Überlegungen sollen Eltern ihre Kinder nicht an eine Fremdsprache heranführen. Kinder brauchen einen emotionalen Bezug zu ihren Sprachen. Jeder Spracherwerb ist auch Beziehungsarbeit. Wenn in der Familie neben Deutsch eine andere Sprache gesprochen wird, wenn regelmäßig Verwandte im Ausland besucht werden, wenn Eltern von der Kultur eines Landes fasziniert sind und dies ihren Kindern vermitteln – dann können Kinder ein Gefühl für Sprache und für deren Sinn im Alltag entwickeln.
Der Wunsch der Eltern und deren sprachliche Kompetenz und Zuwendung zum Kind ist das eine (Türkisch-Deutscher Elternbrief Nr. 2 / Veli Mektubu No 2). Das andere ist die Sprachförderung in der Kita. Worauf sollen Eltern also achten, wenn sie eine mehrsprachige oder bilinguale Kita suchen?
„Kleine Kinder brauchen in der Kita keinen Sprachunterricht, sondern eine regelmäßige, handlungsbezogene, spielerische und kompetente Heranführung an Sprache!“. Das sagt Maria Ringler, Leiterin des Fachbereichs interkulturelle Bildung beim Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e. V.). Sie hat das Buch „Kompetent mehrsprachig“ geschrieben.
Hier sind ihre Tipps für Eltern:
Möchten Sie die Liste ergänzen oder durch Ihre Erfahrungen bereichern? Was raten Sie persönlich Eltern, die sich informieren möchten?
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge in unserem Forum.
Griechisch-deutsche Kindertagesstätte, Berlin-Steglitz
Die Anfänge der kleinen familiären griechisch-deutschen Kindertagesstätte in Berlin-Steglitz reichen zurück in die Zeit, als griechische Gastarbeiterfamilien ihre Kinder nur in den Ferien sahen und sich zu Beginn der Schulzeit schweren Herzens von ihnen trennen mussten.
Deutsch-polnische Kita „Uns lütt Puppenstuw“, Insel Usedom
Die Kita „Uns lütt Puppenstuw“ befindet sich in Seebad Ahlbeck und ist in einem Altbaugebäude untergebracht. Aus einer Krippe in der einstigen DDR entstanden, wird die Einrichtung seit 1990 von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Kindertagesstätte mit 30 Krippenkindern geführt. Kinder aus den Seebädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin
Deutsch-russische Kindertagesstätte, Frankfurt
Das Beste aus beiden Kulturen miteinander verbinden“ – so beschreibt Julia Zabudkin ihr Anliegen und das ihrer Kolleginnen. Sie ist die geschäftsführende Leiterin aller Nezabudka-Kindergärten in Frankfurt und die pädagogische Leiterin von Nezabudka1. Mit ihrem Kultur übergreifenden Anliegen erreichen die Erzieherinnen die Herzen…
Türkisch-Deutscher Kindergarten, Hamburg
„Multikulti“ zeigt sich tagtäglich in der Eimsbüttler Straße 39 in Hamburg, unweit vom in der alternativen Szene beliebten Schanzenviertel und von St. Pauli. Hier hat der türkisch-deutsche Kindergarten sein Domizil. Kinder aus Afrika, Afghanistan, Iran, Irak, Aserbaidschan, Türkei und anderen Ländern treffen sich in den Räumen …
Spanisch-deutsche Kindertagesstätte, Bonn
Lebhaft und redefreudig geht es in der Kita zu. Südländisches Temperament schlägt durch, sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen. Die Pädagoginnen kommen aus Mexiko, Spanien, Venezuela, Peru und Deutschland. Sie haben in ihren Heimatländern ein Studium absolviert und zusätzlich in Deutschland die Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen.