Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

Vor 50 Jahren bekamen Eltern – zunächst nur in Berlin - erstmalig Post vom Arbeitskreis Neue Erziehung: die Peter Pelikan Briefe. Ein freundlicher Pelikan namens Peter gab jungen Müttern und Vätern in regelmäßigen Abständen Ratschläge in Sachen Erziehung. Inzwischen können Eltern in ganz Deutschland Elternbriefe lesen – immer dem Alter ihres Kindes entsprechend und genau passend zu den Fragen, die ihnen gerade auf den Nägeln brennen.
Die Fragen haben sich im Laufe der Zeit verändert, genauso wie die Familien, an die sich die Briefe richten: Vor fünfzig Jahren waren Eltern selbstverständlich verheiratet, der Vater ging seinem Beruf nach, die Mutter „blieb zuhause“ und kümmerte sich ums Kind. Die Peter Pelikan Briefe vertraten ein für die damalige Zeit modernes Erziehungskonzept. Erziehung durch liebevolle Zuwendung war die Botschaft, die Peter Pelikan den Eltern freundlich verkündete.
Zehn Jahre nach Einführung der Peter Pelikan Briefe entwickelte der Arbeitskreis Neue Erziehung eigene Elternbriefe, denn die aus den USA übernommenen Texte waren nicht mehr zeitgemäß. 1975 wurden die ersten ANE-Elternbriefe verschickt. Was war neu?
Die „Achtundsechziger“ Studentenbewegung hatte nicht nur die Universitäten verändert, sondern auch autoritäre Erziehungsmuster in den Familien in Frage gestellt. Das spiegelt sich auch in den Elternbriefen wider: Eltern sollten nicht nur Grenzen setzen, sondern sie ihrem Kind auch erklären; Konflikte sollten gelöst werden, ohne dass sich immer der Stärkere (sprich: die Eltern) durchsetzt; Kinder sollten (ihrem Alter entsprechend) mitreden und mitentscheiden dürfen.
Der altväterliche Peter Pelikan, der Eltern sagt, was richtig oder falsch ist, passte nicht mehr zum Leitbild „mündiger“ Eltern. Durch unterschiedliche Beispiele und Situationsschilderungen sollten Eltern angeregt werden, eigene Lösungen zu finden.
Nicht nur inhaltlich unterscheiden sich die ANE-Elternbriefe von ihrem Vorgängern den Peter- Pelikan- Briefen. Mit der neuen ANE- Serie wurde die Anzahl der Briefe von 28 auf 46 erweitert! Das Bewusstsein darüber, dass Kinder eine wichtige Zukunftsressource darstellen, ist gewachsen. Für Eltern sind Erziehung und Erfolg ihrer Kinder zunehmend wichtig. Und nicht zuletzt hat das Wissen darüber, wie Kinder sich entwickeln, wie sie lernen und optimal gefördert werden können, stetig zugenommen.
Die letzte Neuauflage, die in den 90er Jahren erschien, macht Eltern mit spannenden Erkenntnissen aus der Säuglingsforschung vertraut, die das bisherige Bild vom hilflosen Säugling revidieren. Mithilfe der Videotechnik konnte nämlich gezeigt werden, dass Neugeborene nicht nur passiv reagieren auf das, was ihre Eltern ihnen anbieten oder versagen, sondern durchaus auch in der Lage sind, das Verhalten ihrer Eltern aktiv zu beeinflussen. Durch Schilderung solcher „Dialoge“ zwischen Eltern und Kind werden Eltern angeregt, auf die Signale ihres Kindes zu achten und darin unterstützt, diese zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Das gibt Sicherheit und verhilft zur nötigen Gelassenheit, mit gängigen Ratschlägen („alle vier Stunden Brust oder Fläschchen geben“) flexibel und souverän umgehen zu können. Übrigens: Das „Extrawort an die Väter“ wurde in der Neuauflage von 1990 abgeschafft. Seitdem werden Väter gleichberechtigt und selbstverständlich „in Aktion“ mit ihren Kindern dargestellt.
Der 50. Geburtstag der Elternbriefe, den der ANE in diesem Jahr feiert, ist nicht nur Anlass zu einem Rückblick. Wie geht es weiter mit den Elternbriefen? Was für Elternbriefe brauchen Eltern in den nächsten 10 Jahren? Was sind die Fragen der Eltern von morgen? Was bedeutet es für unser Zusammenleben, dass schon heute jedes 4. Kind einen Elternteil nichtdeutscher Herkunft hat? Wie können wir diese Eltern ansprechen und einbeziehen? All diese Fragen haben wir mit Experten diskutiert, Fachliteratur gewälzt und Eltern befragt. Ergebnis ist eine Neuauflage der Elternbriefe, die demnächst erscheinen wird. Sie wendet sich an Eltern mit und ohne Migrationshintergrund und stellt Fragen frühen Lernens in den Mittelpunkt. Ein neues Layout wird sie lesefreundlicher erscheinen lassen. Neu ist auch, dass die Elternbriefserie durch sechs Filme für das Baby- und Kleinkindalter ergänzt wird. Wir hoffen, dass sich in den neuen Briefen die Eltern der nächsten Generation wiederfinden und bei der Lektüre genau wie heutige Eltern erstaunt feststellen: “Das ist ja genau wie bei uns Zuhause!“