Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

„Mama, wie alt wirst Du eigentlich an deinem nächsten Geburtstag? „Sechsunddreißig.“ „Oh! Dann musst Du ja auch bald Kopftuch tragen!“ Dieses Gespräch mit meiner Tochter ist ein paar Jahre her. Vier oder fünf war sie damals, besuchte eine deutsch-türkische Kindertagesstätte und wuchs in einem multikulturellen Umfeld mitten in Berlin-Kreuzberg auf. Frauen mit Kopftüchern waren für sie eine alltägliche Erscheinung. Und dass das Kopftuch ein Hinweis auf Herkunft, auf Religion sein könnte, darauf war meine Kleine noch nicht gekommen. Für sie hatte es offenbar ganz einfach etwas mit Alter zu tun: Ältere Frauen tragen Kopftuch, jüngere eben nicht.
Kinder wachsen heute in einer Welt voller Vielfalt und Verschiedenheit auf. Menschen anderer Hautfarbe, anderer Muttersprachen oder Herkunftsländer sind für sie ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags – Kinder dem entziehen zu wollen, wäre ebenso vergeblich wie falsch. Denn es ist ja gut für sie, von klein auf zu lernen, dass alle trotz allem gleichberechtigt und gleichwertig sind, und wie man miteinander in Frieden und Freiheit leben kann. Aber wie und wo lernen Kinder das?

Ob ich damals richtig reagiert habe, als ich meiner Tochter den Zusammenhang zwischen Kopftuchtragen und Religionszugehörigkeit erklärte? Kinder erkennen Unterschiede, das ist klar. Aber die Verbindung von äußeren Merkmalen mit Eigenschaften, mit inneren Merkmalen – die lernen sie von uns Großen. Meine Tocher wächst in Berlin auf, wo es - wie in anderen Ballungsgebieten vermutlich auch - viele verschiedene pädagogische Ansätze, Projekte und Schulversuche und ebenso viel Mischung, aber auch Verschiedenheit und Trennung gibt. Eltern haben die Qual der Wahl – welche Kita, welche Schule ist die richtige für mein Kind? Und bei aller Toleranz: oft sind es gerade die bildungsinteressierten, aufgeschlossenen Eltern, die bei der Wahl der richtigen Einrichtung stark auf den Anteil nicht deutschstämmiger Kinder achten. Sie fürchten, dass diese Schulen, diese Kindergärten mit der Herausforderung nicht fertig werden, Kinder verschiedener Herkunft und Sprachen gleichermaßen zu fördern. In Berlin, einer Stadt mit über 800 Schulen, sind es dabei gerade nur fünfzig, an denen Kinder nicht deutscher Herkunftssprache die Mehrheit stellen. Und noch mal erheblich weniger, an denen es über 80% sind. Und dem Wohnumfeld dieser Schulen entspricht der prozentuale Anteil nicht: es leben dort viel mehr Kinder deutscher Muttersprache. Dass sie die Schulen in ihrer Nachbarschaft, in ihrem Einzugsbereich nicht besuchen, hängt oft mehr mit deren schlechtem Image als mit realen Problemen zusammen. „Die besten Schulen finden Sie heute in den schwierigsten Einzugsgebieten", meint jedenfalls Erhard Laube, der seit vielen Jahren Leiter einer Berliner Grundschule ist. Denn gerade dort führe der enorme Handlungsdruck zur Entwicklung neuer pädagogischer Konzepte. „Müssen nur noch die Eltern mitziehen“, meint Schulleiter Laube – und dazu wollen wir Sie mit unserer neuen Seite ermutigen: wie gut ihre Kita, wie gut ihre Schule ist, darüber können Eltern heute immer mehr mitbestimmen. Und viele erfolgreiche Projekte zeigen, wie man auch an Schulen und in Kindergärten mit hohem Anteil Kinder nicht deutscher Herkunft einen Unterricht, ein Bildungsangebot machen kann, von dem alle Kinder profitieren. Deshalb: keine Angst vor Multikulti!
Wie immer freuen wir uns über Ihre Rückmeldungen, Lob und Kritik, und wünschen Ihnen viel Vergnügen bei Ihren Streifzügen mit aktiv-fuer-kinder.de!
Alle Beiträge zum Thema:
Was wollen Eltern?- "Jeder will doch nur das Beste für sein Kind“ - Nach welchen Kriterien sie Schule oder Kita für ihr Kind ausgesucht haben und womit sie zufrieden sind und womit nicht, verraten uns Eltern in der Elternumfrage.- "Man kann die Probleme auch lösen“ - Yunes kommt aus dem Libanon. Als Elternvertreter an der Grundschule seiner Kinder in Berlin-Neukölln würde er sich wünschen, dass LehrerInnen und ErzieherInnen mehr über die Lebenssituation der Kinder wüssten.- "Die Mischung muss stimmen“ - Ihre eigenen Erfahrungen mit Multikulti hat Heike, Mutter einer afrodeutschen Tochter gemacht. Sie ist aus Berlin lieber weggezogen. Für Sofi stand dagegen fest: sie bleibt mit ihrer Tochter im Kiez. In Berlin-Kreuzberg hat sie eine Schule gefunden, die sich der Schülermischung angstfrei stellt.- Eltern bewegen Kitas und Schulen - Es sind längst nicht mehr nur deutsche Eltern, die nach einer guten Mischung und guten Bildungskonzepten fragen. Und immer mehr Kitas und Schulen reagieren auf diese Entwicklung. Die Praxis: Kitas und Schulen im kreativen Wandel- "Eine Grundschule macht Theater“ - Eine gute Mischung von Schülerinnen und Schülern deutscher und nicht deutscher Erstsprache ermöglicht guten Unterricht. Wie man dies erreicht, hat die Spreewaldgrundschule in Berlin-Schöneberg vorgemacht.- "Förderung für talentierte Migranten" - An der Jens-Nydahl-Grundschule in Kreuzberg sieht man Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen längst nicht mehr als Problemfälle an: ein Sponsor ermöglicht , deren Mathebegabung nicht an schlechten Deutschkenntnissen scheitern soll. - „Keine Angst vor Unterschieden“ - Alle Kinder sind anders, alle Kinder sind gleich. Das nicht nur kapieren, sondern weitergeben lernen, sollen ErzieherInnen mithilfe der Fortbildungen durch das Projekt Kinderwelten. Wir haben die Projektleiterin Petra Wagner zur Theorie befragt- „Vielfalt macht Spaß“ - Und die Erzieherin Selda zur Praxis interviewt.- "Schulen sind wie Öltanker“ - Ein besonderer Fall sind Privatschulen: ihnen dient die multikulturelle Schülerschaft zur Auszeichnung, nicht als Problem. Wie geht das? Wir haben Andreas Wegener vom Verband deutscher Privatschulen dazu befragt. Die Theorie: Wie funktioniert Bildung in der multikulturellen Gesellschaft?- "Migration, Sprache und Integration - Die AKI-Forschungsbilanz kurz gefasst" - Vor allem erstmal richtig Deutsch lernen, sagen Wissenschaftler des Wissenschaftszentrums Berlin. Muttersprachliche Kenntnisse seien für den Bildungserfolg zweitrangig.
- "Vortrag in der Ringvorlesung Interkulturelle Bildung" - Ganz und gar nicht, widerspricht die Hamburger Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Gogolin. Mehrsprachigkeit zu fördern, sei nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung. Es stelle auch ein Kapital bei der Berufssuche dar. Bildungsmisserfolge von Kindern und Jugendlichen nicht deutscher Herkunft sind sozialen, aber nicht ethnischen Ursachen geschuldet. Zum Streit um eine missverstandene Studie zwei Artikel aus der "Zeit":
Link zum "Zeit"- Interview mit Elsbeth Stern
Zum Streit um eine missverstandene Studie zwei Artikel aus der "Zeit":
Link zum "Zeit"-Interview mit Elsbeth Stern
Link zum "Zeit"-Artkel von Jan-Martin Wiarda: "Eine Studie schlägt Wellen"