Elternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm."Generationsübergreifende Folgen nach Krieg, Flucht, Vertreibung und Emigration"
Vortrag von Anita KnapekBerlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

aufgeschrieben für Kinder und Eltern
Bei uns veröffentlicht: August 2006
„Ich kann nicht Poetisch schreiben; ich bin kein dichter.... ich bin kein mahler. ich kann sogar durchs deüten und durch Pantomime meine gesinnungen und gedancken nicht ausdrücken; ich bin kein tanzer. Ich kann es aber durch töne; ich bin ein Musikus.“
Wolfgang Amadeus Mozart, in einem Brief an seinen Vater, 1777 (aus: P.Härtling/H.Traxler: Ich bin ein Musikus).

Der am 27.1.1756 in Salzburg geborene Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus – bekannt als Wolfgang Amadeus Mozart - war ein beeindruckender und vielschichtiger Mensch, der Erwachsene wie Kinder bis heute fasziniert.
Für Kinder ist besonders beeindruckend, welch musikalisches Können, welche Originalität und Kreativität Mozart schon als sehr junges Kind an den Tag legte: Als Dreijähriger improvisierte er bereits selbstständig am Klavier. Mit fünf Jahren komponierte er sein erstes Stück. Mit sechs Jahren unternahm er zusammen mit Vater und Schwester seine erste Konzertreise - und da spielte er auch schon vor dem Kaiserpaar in Wien! Seine erste Klaviersonate erschien im Druck als er acht Jahre alt war. Seine erste Sinfonie schrieb er mit neun und seine erste Oper mit elf Jahren. Als musikalisches „Wunderkind“ tourte der junge Mozart durch ganz Europa. Er spielte sowohl in Königshäusern als auch bei öffentlichen Massen-Veranstaltungen. Er wurde gefeiert, mit Bewunderung und Geschenken überhäuft.
Der kleine Mozart war ein phantasievolles, lebhaftes Kind, voller Wissbegierde und Lebensenergie, vielseitig interessiert und begabt: Er war fasziniert von Mathematik und begeisterte sich für Malerei ebenso wie fürs Theater, fürs Fechten und für Kartentricks.
Freunde der Familie berichteten über den jungen Mozart: “Was man ihm immer zu lernen gab, dem hieng er so ganz an, dass er alles Uebrige, auch so gar die Musik, auf die Seite setzte, z. B. als er Rechnen lernte, war Tisch, Sessel, Wände, ja sogar der Fußboden voll Ziffer mit der Kreide überschrieben.“ (zitiert nach F. Hennenberg)
Noch als Erwachsener liebte er die Inszenierung, das Spiel mit Verkleidungen, mit dem Kopieren von Gestik und Sprache anderer Leute. Und er war ein Spaßvogel, der nicht nur zarte Sinfonien komponierte, sondern es auch liebte, zotige Witze zu erzählen. Es konnte passieren, dass er sein Improvisieren am Klavier unterbrach, um in einer närrischen Laune über Tische und Sessel zu springen, wie eine Katze zu miauen und wie ein ausgelassener Junge Purzelbäume zu schlagen.
Doch wenn es um Musik ging, war Mozart auch schon als Kind mit großer Ernsthaftigkeit bei der Sache. Er wusste, was er konnte und er schuf schon in jungen Jahren mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit musikalische Werke, die bis heute originell und frisch klingen. Was die Musik anbelangte, wusste Mozart offenbar immer, was er wollte. Er ließ sich nicht beirren.
Mozart hatte Glück, dass er in ein Elternhaus geboren wurde, das seine Begabung und Liebe zur Musik erkannte und förderte. Sein Vater Leopold war Vizekapellmeister am erzbischöflichen Hof von Salzburg und im Nebenberuf Musikpädagoge. Er verschrieb sich mit ganzer Seele der musikalischen Erziehung von Wolfgang Amadeus und seiner ebenfalls musikalisch außerordentlich begabten Schwester Nannerl.

Dennoch ist Mozarts Ruhm ihm nicht einfach so in den Schoß gefallen. Sein außergewöhnliches musisches Talent steht außer Frage, doch Wolfgang Amadeus Mozart hat sich sein Können auch mit unzähligen Übungsstunden und eiserner Disziplin erarbeitet.
Seine Kindheit war nicht nur angenehm. Es war ein hartes Leben: Fast immer unterwegs, fast jeden Abend auf einer anderen Bühne in einer anderen Stadt. Nahezu ein Drittel seines Lebens verbrachte Mozart auf Reisen, in einer Zeit, in der das höchst strapaziös war.
Gereist wurde in ungeheizten Kutschen, auf holprigen Straßen, die Angst vor Wegelagerern immer im Hinterkopf. Viele Nächte verbrachte die Familie in schmutzigen und feuchten Wirtshauszimmern. Zum Schlafen und Essen blieb oft nur wenig Zeit. An einen regelmäßigen Schulbesuch war dabei natürlich nicht zu denken und so übernahm es der Vater, Wolfgang und Nannerl zu unterrichten.
Und dann immer wieder vor unbekannten Leuten spielen: Man kann die monatelangen Konzertreisen aus Mozarts Kindheit durchaus mit Tourneen heutiger Stars vergleichen. Mozarts Vater als Manager, der eine spektakuläre Show mit seinem Star versprach: „Tusch! - Hier kommt das Wunderkind!“ Anfangs noch zusammen mit der Schwester, spielen die Kinder vierhändig, in doppeltem Tempo, mit verbundenen Augen, auf verdeckten Tasten, im Liegen...
Der Vater wollte der Welt seinen talentierten Sohn vorführen, aber mit den Vorführungen musste auch Geld verdient werden. Die Veranstaltungen sollten also möglichst viele Leute anziehen, die Musik sollte allen gefallen. Die österreichische Kaiserin Maria Theresia, die den sechsjährigen Mozart noch als Wunderkind in ihrem Schloss hatte feiern lassen, sagte später über die Familie Mozart, diese Leute zögen wie Bettler durch die Welt.
Das unruhige Leben der Familie Mozart forderte seinen Preis: Wolfgang Amadeus sowie seine Schwester erkrankten auf ihren Reisen schwer an Typhus und Pocken. Mozart litt schon als Kind an rheumatischen Schmerzen, hatte ein Nierenleiden und einen nervösen Magen. Seine Mutter Anna Maria erkrankte und starb 1767 in Paris auf einer von Mozarts Konzertreisen. Und auch sein eigener früher Tod mit nur 35 Jahren ging vermutlich auf nicht ausgeheilte Infektionen aus seiner Kindheit und auf allgemeine Überarbeitung zurück.
Auch Mozarts Leben als Erwachsener blieb atemlos. Es ist kaum zu glauben, aber dem Mozart, der für seine Musik auch damals schon in ganz Europa geliebt wurde, gelang es trotz fortwährender Bemühungen seines Vaters nicht, eine ausreichend bezahlte Festanstellung an einem der europäischen Adelshäuser zu bekommen. Von seinem 22. Lebensjahr an bis zu seinem frühen Tod mit Mitte Dreißig lebte Mozart als freier Komponist in Wien. Mit seiner Frau Constanze hatte er sechs Kinder, von denen aber nur zwei die ersten Lebensjahre überlebten. Mit Auftragsarbeiten verdiente Mozart zwar recht ordentlich. Das Geld reicht aber dennoch nicht aus, um seinen aufwändigen Lebensstil – seine repräsentativen Wohnungen, das Personal, seine exzentrische Kleidung und die regelmäßigen Besuche in Wirtshäusern und an Spieltischen zu finanzieren. Als Mozart mit 35 Jahren starb, war er verarmt.

Aber war Mozart nun ein Naturtalent, oder ist sein beeindruckendes Können doch eher Resultat der intensiven Förderung durch seinen ehrgeizigen Vater? Fachleute haben sich lange über diese Frage gestritten. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.
Mozarts musikalische Begabung war ganz offensichtlich außergewöhnlich. Er konnte Unterschiede in der Höhe von Achteltönen erkennen. Er hatte Tausende von Musikstücken im Kopf und war schon als kleines Kind in der Lage, ihm vorgegebene musikalische Themen spontan zu Fugen auf dem Klavier auszuarbeiten. Das Spielen von Geige und Orgel brachte sich der Junge alleine bei. Sein technisches Können am Klavier schien grenzenlos und er „komponierte Operntakte in einer Zeit, in der es andere kaum geschafft hätte, die Noten abzuschreiben...“ (Claus Spahn).
Doch Mozarts Interesse war eben nicht nur auf die Musik beschränkt. Er war vielseitig talentiert und neugierig auf alles, was das Leben zu bieten hatte. Ein Hang zur Universalität ist etwas, das viele große Künstler auszeichnet: So waren beispielsweise Leonardo da Vinci, Michelangelo und Goethe auch äußerst vielseitig begabt. Und ebenso galt auch Einsteins Leidenschaft eben nicht nur den Naturwissenschaften, sondern genauso seiner Geige.
Aus der neueren Hirnforschung weiß man, was die Gehirne solcher „Genies“ miteinander gemein haben. Sie sind so organisiert, dass sie ein intensives Wechselspiel von Beobachtungsgabe, Einfallsreichtum, Kombinationsfähigkeit und Gedächtnisleistung erlauben. Aber man weiß mittlerweile auch, dass Talent alleine nicht ausreicht, um automatisch ein Meister zu werden. Damit sich eine angeborene Begabung auch voll entfalten kann, bedarf es spezieller Förderung und anderer günstiger Umstände. Mozart hatte Glück: In seiner Familie spielte Musik eine wichtige Rolle und seine ganze Familie unterstützte sein Talent vorbehaltlos. Doch nicht allen Kindern ergeht es so. Oft schauen Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen nicht genau genug hin und übersehen so die besonderen Fähigkeiten und Neigungen der ihnen anvertrauten Kinder.
Doch auch wenn wir oder unsere Kinder nicht ganz so begabt sein sollten, wie Mozart es offensichtlich war, heißt das doch nicht, dass nicht auch in uns Talente schlummern, die es zu wecken lohnt. Das Beispiel Mozart lehrt uns, worauf es ankommt: auf Offenheit und Neugierde, auf die Eigenschaft zu staunen und verstehen zu wollen und auf ein Umfeld, das vorhandene Begabungen (oder Vorlieben) erkennt, begrüßt und befördert!