Gelsenkirchen, 22.05., 09- 12 Uhr
Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Antonio DiazElternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm.Berlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.

geführt von Barbara Laufer, Journalistin, August 2010
Die Filmemacher Anja Freyhoff und Thomas Uhlmann produzieren seit Jahren Filme und Dokumentationen für Unternehmen und öffentlich-rechtliche Sender. Zusammen dem Arbeitskreis Neue Erziehung e.V., der Deutschen Liga für das Kind e.V. und dem Peter Pelikan e.V produzierten sie im Auftrag der Junker-Kempchen Stiftung für kompetente Elternschaft sechs Filme, die unterschiedliche Themen der frühkindlichen Entwicklung und Erziehung behandeln. Dafür drehten sie mit zwölf verschiedenen Familien, in Babygruppen und auf Spielplätzen.
a4k: Frau Freyhoff, Herr Uhlmann, was hat diese Produktion von anderen unterschieden? Worauf mussten Sie bei den Dreharbeiten besonders achten?
Anja Freyhoff: Wir haben unser Drehteam extra klein gehalten: nur Thomas, ich und unser Kameramann. Wir haben uns gerade wegen der vielen, ganz kleinen Kindern gedacht: je weniger Aufregung, je weniger Irritationen, desto einfacher.
Thomas Uhlmann: Wir haben es vermieden, großartig Licht aufzubauen, geschweige denn technische Dinge wie einen Dolly (Anmerkung der Red.: ein kleiner zieh- oder schiebbarer Wagen für Kamerafahrten) oder einen Kamera-Kran einzusetzen, weil das Kinder natürlich total irritiert. Außerdem ist es gefährlich: dieses Licht auf den Stativen, das kann man fast gar nicht sichern. Wir mussten also sehr behutsam und mit kleinem Aufwand drehen.
a4k: Wie war es für Sie, mit Babys und kleinen Kindern zu arbeiten?
Anja Freyhoff: Der Unterschied zu anderen Drehs war: Wenn man mit Erwachsenen oder auch älteren Kindern dreht, kann man es - auch wenn es dokumentarisch ist - immer ein wenig steuern. Man kann Erwachsene immer bitten: ´Ach, es wäre jetzt schön, wenn Sie dies oder das tun würden…´ - aber das geht mit ganz kleinen Kindern nicht. Kinder kann man nicht inszenieren. Kinder tun das, was sie gerade tun möchten.
a4k: Wie hat sich das auf die Dreharbeiten ausgewirkt?
Thomas Uhlmann: Wir haben immer einen halben bis ganzen Tag mit den Familien verbracht und Material gesammelt, wie die Eichhörnchen. So ein Drehtag hat dann Filmszenen für alle möglichen Themen geliefert, vom Füttern bis Krabbeln, Bewegung, Schreien.
Anja Freyhoff: Wir haben im Grunde gedreht, was kam. Das war sehr, sehr spannend, hat aber unglaubliche Mengen an Material erzeugt.
a4k: Wie viel hatten Sie denn am Ende „im Kasten“?
Anja Freyhoff: Ungefähr 26 Stunden Drehmaterial. Keiner wusste ja bei den Krabbelkindern: was machen sie als nächstes? Es ist doch symptomatisch, dass gerade dann etwas Interessantes passiert, wenn die Kamera aus ist… Das wollten wir auf jeden Fall vermeiden.
a4k: Haben Sie denn so gar nichts inszeniert? Ich denke etwa an die Szene, in der beide Eltern auf dem Sofa schlafen, der Papa schnarcht ganz laut, und das Kind spielt friedlich daneben. Sie haben doch nicht wirklich Stunden gewartet, bis die Eltern eingeschlafen sind...?!
Anja Freyhoff: Das Kind ist nicht inszeniert. Aber wir haben die Eltern für diese Szene tatsächlich gebeten, so zu tun, als würden sie auf dem Sofa schlafen. Der kleine Junge konnte machen, was er wollte, und er krabbelte dann einfach auch auf das Sofa, mit seinem Spielzeug... Das war natürlich ein schönes Bild.
Thomas Uhlmann: Mit den Eltern haben wir natürlich manchmal Dinge vereinbart, das ist ja auch legitim. Die haben dann auch immer mitgemacht, und in diesem Fall - das war nicht unsere Idee! – von sich aus sogar geschnarcht (lacht).
a4k: Was war eine besondere Schwierigkeit bei dem Projekt?
Thomas Uhlmann: Da wir ja eher nichts inszeniert haben, war es immer dann schwierig, wenn wir im Drehbuch etwas versprochen hatten, was wir dann in der Realität nicht bekommen haben.
Anja Freyhoff: Uns wurde zum Bespiel ganz bange als wir Szenen zum Thema „Schreien“ drehen wollten. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass die Kinder uns und der Kamera gegenüber eher ängstlich und gestresst sind, also: schreien. Aber wir hatten ganz lange Zeit heitere, sonnige, tolle Kinder - kein Schreien, nichts.
Thomas Uhlmann: Irgendwann schrie dann mal ein kleines Mädchen, und ich wollte den Dreh schon unterbrechen, weil wir eigentlich gerade etwas ganz anderes vorhatten. Da rief Anja dann: "Nein, nein, lass es! Es schreit so schön." (beide lachen)
Anja Freyhoff: Ich dachte: das ist DIE Gelegenheit, das muss jetzt gedreht werden.
a4k: Viele Szenen sind bei Familien zu Hause gedreht. War es schwierig, die Eltern zur Mitarbeit zu gewinnen?
Anja Freyhoff: Mit wenigen Ausnahmen waren eigentlich alle, die wir angesprochen haben, bereit, sich filmen zu lassen. Es war ganz erstaunlich und positiv, dass sie uns vertraut haben. Denn das war ja dann schon sehr intim.
Thomas Uhlmann: Ich habe den Eindruck, viele waren am Anfang ein bisschen skeptisch. Später haben uns die Eltern bestätigt, dass es ihnen auch ganz viel gebracht hat, weil sie durch unsere Dreharbeiten oder unsere Nachfragen einen neuen, ganz anderen Blick auf ihre eigene Situation und ihren Alltag erhalten haben.
a4k: Was finden Sie aus Ihrer Sicht an den Filmen bemerkenswert?
Thomas Uhlmann: Die Filme kommen ohne Statements von Fachleuten aus. So etwas haben wir bewusst herausgelassen. Die Hilfe kommt wirklich von dem Kommentartext, der ja im Grunde aus den Elternbriefen stammt, und von den interviewten Eltern selber.
a4k: Was war für Sie das persönliche Highlight der Produktion?
Anja Freyhoff: (lacht) Ach... Die Produktion insgesamt war für uns ein Highlight. Weil es für uns - da wir selber keine Eltern sind - unglaublich viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse gebracht hat. Wir haben natürlich Freunde mit Kindern, bei denen man ein bisschen was mitkriegt, aber so nah dran - das war einfach toll. Das war wie Eltern sein im Zeitraffer.

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