Gelsenkirchen, 22.05., 09- 12 Uhr
Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Antonio DiazElternarbeit und Medieneinsatz "Gesunde Ernährung"
Referent: Antonio DiazFachtag Elternbriefe
"Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?"Elternarbeit und Medieneinsatz zu Kitathemen
Referent: Iman El-HusseinElternarbeit und Medieneinsatz "Bildungschancen"
Referent: Antonio DiazTag der offenen Tür im ANE
Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" am Freitag, dem 8. Juni 2012 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr - Informationen und Gespräche für Eltern und ein buntes Kinderprogramm.Berlin, 08.06.2012, 09:00 - 14:00 "Was ist neu an den ANE-Elternbriefen? Wie können sie in der Praxis eingesetzt werden?" Programm und Anmeldung
Berlin, 08.06.2012, 14:00 - 20:00 Die neuen ANE-Elternbriefe "mit Eltern für Eltern" Anmeldung
Erziehungstipps für Migrantenfamilien aus dem arabischen Sprachraum.
Sprachentwicklung und Sprachförderung in 10 Sprachen
"Wie Babys sich entwickeln" - Kurzfilme für junge Eltern.


Autor: Toralf Kind / Lerntherapeut
Dyskalkulie, Rechenstörung, Rechenschwäche - zu diesem Thema existieren verschiedene Begriffe, die meist dasselbe meinen: Ein Mensch fällt durch eine dauerhafte Leistungsminderung im Bereich der Grundlagen des mathematischen Lernens auf. Das betrifft das Verständnis der Mengenbedeutung von Zahlen, den Zahlbegriff in seinen verschiedenen Facetten, den Umgang mit den Grundrechenarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division) sowie den verstehenden Umgang mit dem Dezimalsystem. Dies sind Inhalte, die in erster Linie in der Grundschule gelehrt werden.
In diesem Artikel wird der Begriff der „Rechenstörung“ verwendet.
Eine Rechenstörung wird meist als eine sogenannte Teilleistungsschwäche verstanden. Dies bedeutet, dass der betroffene Mensch im Allgemeinen abgrenzbar im Teilbereich des Rechnens Schwierigkeiten hat, in sonstigen Bereichen / Schulfächern aber „normale“ Leistungen zeigt. Das bedeutet auch, dass ein von einer Rechenstörung betroffener Mensch keineswegs weniger intelligent oder gar dumm ist.
Weder infiziert man sich mit einer Rechenstörung, wie mit einer Krankheit, noch ist sie angeboren. Sie entsteht langsam, wenn besondere Schwierigkeiten beim Rechenerwerb nicht rechtzeitig erkannt werden und Ihr Kind nicht die nötige Unterstützung erhält. Sich selbst überlassen wird Ihr Kind seine Missverständnisse, Fehlkonzepte und falschen Rechenstrategien weiter perfektionieren und so immer tiefer in eine Sackgasse geraten. Es wird ihm zunehmend unmöglich, dort wieder herauszufinden und selbständig am Lernprozess seiner Klassenstufe teilzunehmen.
Von einer Rechenschwäche betroffene Menschen sind nicht in der Lage, Zahlen mit den ihnen zugrunde liegenden Mengenbedeutungen zu denken. Rechenverfahren werden ohne Verständnis ausgeführt. Sie können sich meist nicht von Anschauungsmitteln (inklusive der Finger) lösen und erkennen nicht das Gemeinsame und Wesentliche an verschiedenen Anschauungsmitteln. Das „Rechnen mit Birnen“ ist etwas anderes ist, als das „Rechnen mit Äpfeln“. Jedes Anschauungsmaterial wird ohne Anleitung als Zählhilfe „missbraucht“.
Eventuell haben Sie schon einmal diese Phänomene beobachtet:
beim Üben
im Alltag
Hat Ihr Kind mit ständigen Misserfolgserlebnissen bezüglich des mathematischen Lernens zu kämpfen und unternehmen Sie nichts dagegen, können negative Folgen für das psychische und emotionale Befinden bis hin zur Lernstörung mit Auswirkungen auf die allgemeinen schulischen Leistungen entstehen. Es entsteht ein Kreislauf aus Erwartungen der Eltern und Lehrer sowie Selbsterwartungen, die das Kind nicht erfüllen kann einerseits und ständigen Misserfolgs-erlebnissen mit zunehmend schlechtem Selbstwertgefühl und Selbstbild andererseits. Aus Angst vor Versagen und weiterem Misserfolg beginnt Ihr Kind, das Rechnen zu vermeiden. Der Lernprozess ist unterbrochen. Eigenständiges Lernen ist nicht mehr möglich. Je nach Charakter Ihres Kindes wird es eventuell beginnen, sein Versagen durch sozial auffälliges Verhalten, etwa erhöhter Aggressivität oder sozialen Rückzug bis hin zu depressiven Tendenzen zu kompensieren.
Um eine Rechenstörung mit ihren psychisch-emotionalen Folgen gar nicht erst entstehen zu lassen, müssen Schwierigkeiten beim Rechenerwerb so früh wie möglich erkannt, diagnostiziert und geeignete Maßnahmen zu deren Überwindung eingeleitet werden. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind Schwierigkeiten im mathematischen Lernen hat, sollten Sie zuerst den Kontakt zum Lehrer / zur Lehrerin Kindes suchen. Es ist wichtig, in einen Austausch über die Schwierigkeiten und die Befindlichkeiten Ihres Kindes in der Schule zu kommen. Es soll geklärt werden, worin die Probleme genau bestehen und ob sie eventuell mit sozialen Schwierigkeiten in der Schule einher gehen. Fragen dazu sind: Wie verhält sich Ihr Kind in der Unterrichtssituation? Arbeitet es gut mit oder zieht es sich zurück? Wie ist es im Klassenverband eingebunden? Hat es Freunde / Freundinnen, mit denen es sich austauscht? Besteht Leistungsdruck, so dass es speziell in Klassenarbeiten oder Tests versagt, während es im Unterricht gut mitarbeitet? Bestehen familiäre Probleme, mit denen Ihr Kind beschäftigt ist?
Sie als Eltern können durch Ihr Verhalten dazu beitragen, dass Ihr Kind nicht in den Negativ-Kreislauf einer Lernstörung gerät bzw. aus ihm wieder herausfindet. Wesentlich dabei ist, dass Sie realistische Erwartungen an Ihr Kind entwickeln und es durch Zuspruch und Wertschätzung unterstützen. Messen Sie Erfolg nicht durch den Vergleich mit anderen Kindern, sondern am individuellen Fortschritt, den Ihr Kind macht. Zeigen Sie Liebe und Vertrauen unabhängig des Lernerfolgs in der Schule. Suchen Sie gezielt nach den Fähigkeiten und Stärken, über die Ihr Kind verfügt und vermitteln Sie ihm dies. Bieten Sie Ihrem Kind vielfältige Erlebnis- und Entwicklungs-möglichkeiten im Alltag. Unternehmen Sie viel mit Ihrem Kind, fördern Sie es aber auch zu selbstständigem Handeln.
Zu Fragen der häuslichen mathematischen Förderung sollten Sie sich eng mit den jeweiligen Fachkräften abstimmen. Unterschiedliche Herangehensweisen und Erklärungen, oder auch schon die Verwendung von unterschiedlichem Anschauungsmaterial verwirren die Kinder eher, als dass Klarheit entsteht. Die Lehrer in der Schule oder die mit Ihrem Kind befassten Lerntherapeuten können Ihnen sagen, wie und womit Sie mit Ihrem Kind üben können, ohne es durch „Tricks“ oder unterschiedliche Erklärungen noch mehr zu verwirren.
Wenn sich keine Lernerfolge einstellen, sollte in Abstimmung mit den Lehrkräften der Schule über die Einleitung einer Lerntherapie nachgedacht werden. Dazu können Sie sich entweder beim zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes oder bei einem freien Träger, der Lerntherapie anbietet, ausführlich beraten lassen. Sollten Sie keine solche Einrichtung kennen, kann Ihnen das Jugendamt weiterhelfen.
Zur Kostenübernahme für eine Lerntherapie müssen Sie einen formlosen Antrag beim zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes stellen. Dann wird der Schulpsychologische Dienst, der Sie zu einem Gespräch einlädt, eine fachliche Stellungnahme für das Jugendamt erstellen. In dieser wird die diagnostizierte Ausprägung der Rechenschwierigkeiten bis hin zur Rechenstörung oder einer allgemeinen Lernstörung dargestellt und gegebenenfalls die Einleitung einer Lerntherapie empfohlen.
Die Lerntherapie-Einrichtung Ihrer Wahl wird dann mit Ihnen alles Weitere besprechen, den Beginn der Lerntherapie festlegen und Ihnen auch den Lerntherapeuten vorstellen, der mit Ihrem Kind arbeiten wird.
Das Arabische Medienprojekt "mit Eltern - für Eltern" ist ein Projekt vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.
